Pascal Marty fuhr mit neuem Boot und verstärkter Crew zum Sieg. Bild: Walter Rudin

Am Uristier-Cup auf dem Vierwaldstättersee gibt es Siege für Monnin, Marty und Schreiber.

Walter Rudin

Der Uristier-Cup gilt als Klassiker unter den Regatten auf dem Vierwaldstättersee, und weil das Segelrevier auf dem Urnersee zu den besten der Schweiz gehört, nehmen auch Segelboote aus der ganzen Schweiz teil, um von den guten Bedingungen zu profitieren. Neben den Bootsklassen, die regelmässig an der Regattaserie des Vierwaldstättersee-Cups teilnehmen, kamen dieses Jahr auch die Onyx-Jachten vom Zürichsee und die Longtze–Boote. Und zu den einheimischen fliegenden Booten gesellten sich auch vier foilende Quant23. Seit einigen Jahren hat der RVB die Organisation der Regatta übernommen, nachdem der Segelclub Uri seine Aktivitäten eingestellt hatte.

Der Uristier-Cup gilt zwar als Langstreckenregatta, kann aber auch als langer Up-and-down-Kurs betrachtet werden. Nach dem Start an der Tellsplatte gilt es, bis vor Brunnen aufzukreuzen und dann auf langem Vorwindkurs mit Spinnaker oder Gennaker bis vor den Axenfels vor Flüelen zurückzusegeln, um die letzte Kreuzstrecke ins Ziel zu absolvieren. Drei solch lange Wettfahrten konnten am vergangenen Wochenende durchgeführt werden. Der Wind auf dem Urnersee war zwar sehr launisch, die Bedingungen aber bei allen Läufen nahezu identisch: Nach guter Thermik zum Start schlief der Wind auf der Rückfahrt jeweils ein und schob das Feld wie eine Handorgel zusammen, ganz oben vor Flüelen entschied nicht selten auch das Glück über ein Vorwärtskommen, wer Pech hatte, blieb in einem Windloch stecken.

Eric Monnin aus Immensee liess sich die Gelegenheit nicht entgehen, sich in einem grösseren Feld von Voll-Foilern zu messen, und nahm deshalb, für Aussenstehende etwas überraschend, auch am Uristier-Cup teil.

Es war die Chance, zu zeigen, wie gut sich sein Eigenbau, die Monofoil Gonet, behaupten kann. Gleich vom Start weg zeigte das Boot sein ganzes Potenzial, flog mit Spitzen gegen 50 km/h den anderen Booten förmlich davon, und wenn die grosse Flaute kam, waren Monnin und seine Crew meist schon im Ziel. «Es waren geniale Bedingungen für unser Boot, und unsere Mannschaft ist richtig aufgeblüht», meinte Eric Monnin, der alle drei Wettfahrten in der offenen Klasse überlegen gewann. Der Luzerner Peter Seinet, der vor einer Woche an der 50-Meilen-Trophy mit der Quant30 Monnin in die Schranken gewiesen hatte, musste sich dreimal mit Platz zwei begnügen, immerhin konnte er die auswärtigen Quant23 auf Distanz halten. Ganz schlecht lief es für seinen grossen Kontrahenten im VC-Cup. RVB-Segler Andreas Zimmerli stand schon beim ersten Lauf fast eine Stunde vor dem Axenfels in der Flaute, eine Stelle, die sonst für sehr viel Wind bekannt ist. Das Pech blieb ihm auch in den folgenden Wettfahrten treu.

Siege für Marty und Schreiber

Der RVB konnte aber nicht nur in der offenen Klasse den Sieger stellen. Pascal Marty und seine Nessi-Crew hatten in der Racer-Klasse 1 mit ihrem neuen Boot, einer PY90, diese Saison zwar immer mit der Spitzengruppe mitgehalten, beim Uri-stier reichten drei ausgeglichene Fahrten aber zum ersten Sieg. «Wir hatten uns mit dem ehemaligen Weltmeister Andreas Hanakamp an der Pinne und Urs Hunkeler als Taktiker verstärkt und sind jetzt glücklich, dass es gereicht hat», so Teamleader Pascal Marty. Etwas überraschend kam der Sieg für Christian Schreiber in der Cruiser-Klasse. Obwohl seine Granada 858 im zweiten Lauf in der Flaute stecken blieb und er die Wettfahrt nicht beenden konnte, übernahm er als Schnellster in den beiden andern gewerteten Läufen die Führung.

Resultate unter:
www.vierwaldstaettersee-cup.ch

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