In Leysin gewann Elena Schütz den Halfpipe-Wettbewerb. Bild PD

Gerade erst hat die Lachnerin Elena Schütz in Leysin einen Wettkampf gewonnen, derweil fährt sie an die Snowboard-Juniorinnen-WM nach Krasnojarsk. Die Reise mit Zug und Flugzeug dauert fast einen ganzen Tag.

von Franz Feldmann, Marchanzeiger

Zum ersten Mal ist die junge Lachner Snowboarderin Elena Schütz Teil der Schweizer Mannschaft, die heute Donnerstag in den Zug in Richtung Genf einsteigt. Ziel: Snowboard Junioren-Weltmeisterschaften.  Von Genf geht es mit dem Flugzeug nach Moskau, dann weiter nach Krasnojarsk, der drittgrössten Stadt Sibiriens. Mit dem Auto wären das 6741 Kilometer. Zöge man mit einem Massstab eine Linie, wäre es 5425 Kilometer oder achtmal von Zürich nach Rom fliegen. Eine weite Strecke also mit ungewissem Ausgang. «Nein, ich habe keine Ahnung, was mich erwartet», sagt die 17-Jährige kurz vor dem Abflug. Ihren Kopf hat sie momentan noch bei den Hausaufgaben für ihre Schule in Davos. «Ich weiss nicht einmal, welche Athletinnen am Start sein werden, auch weiss ich nicht, wie viele Runs wir fahren werden.» Das wird direkt vor Ort am TC-Meeting entschieden, dem Treffen der Trainer und Coaches. Was sie aber mit Bestimmtheit sagen kann, ist, dass sie sich «megafest auf die WM freut». Ihr grosser Tag wird am Dienstag sein. Dann findet der Wettkampf für die Juniorinnen in der Halfpipe statt. «Ein erster, grosser Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere», wie ihr Vater Bruno Schütz sagt.

Gute Ergebnisse geholt

Die Resultate in diesem Winter stimmen für die junge Athletin. In der Zwischenwertung liegt sie im Europacup auf Rang eins. Am letzten Wochenende hat sie den Wettbewerb in der Halfpipe in Leysin gewonnen, in Crans Montana wurde sie Ende Januar Siebte. Trotzdem kann sie aus oben genannten Gründen nicht sagen, wie ihre Chancen auf eine Medaille an den Juniorinnen-Titelkämpfen in Sibirien stehen. «Ich bin froh, dass ich nach Krasnojarsk überhaupt mitreisen darf», sagt sie. Das Einzige, was sie zu ihrem bevorstehenden ­Wettkampf ­sagen kann, ist, dass sie alles für das Schweizer Team geben werde. Zuversicht, dass es zu einem guten Resultat reichen könnte, nimmt sie vom vergangenen Wochenende. «Ich konnte in diesem Winter einen neuen Trick in mein Repertoire einbauen, damit habe ich in Leysin auch gewonnen», erklärt sie. Es ist ein «Crippler».

Konstante Leistung als Stärke

Doch was genau ist das? «Vereinfacht gesagt, ist es ein Rückwärtssalto in der Halfpipe», so Schütz. «Diesen Trick zeigen nicht viele Mädchen auf meiner Stufe.» Ein weiterer Punkt, der für sie spricht, so Elena Schütz, ist der Fact, «dass ich meine Runs auch unter grossem Druck eigentlich immer runter bringe». Sie ist also konstant, im Gegensatz zu vielen Konkurrentinnen. Aber konkrete Gedanken zum Wettkampf kann sich ­Elena Schütz sowieso keine machen, will sie auch nicht, denn das bringt im Vorfeld nichts. «Ich will meinen Wettkampf einfach geniessen und viel Spass haben», setzt sie sich ein konkretes Ziel. Bei den vielen unbekannten Faktoren für die lange Reise bleibt ihr auch gar nichts Anderes
übrig.

Auf jeden Fall fühlt sie sich gut vorbereitet. Die bisherige Saison sei nicht viel anders verlaufen als sonst auch. «Für uns gibt es auch ohne Pandemie nicht viel mehr Wettkämpfe», sagt sie. Auch ob Zuschauer an die Wettkämpfe zugelassen werden oder nicht, spielt für sie keine Rolle. «Es hat sich für uns in diesem Winter im Vergleich zu früher nicht viel verändert.» Auch aus diesem Grund freut sie sich so richtig auf Krasnojarsk. Auch wenn es weit, sehr weit von zu Hause weg liegt, kann sie weitere wertvolle Erfahrungen für ihre zukünftige Park&Pipe-Snowboard-Karriere sammeln.

Elena Schütz’ Resultate in diesem Winter

Januar, Europacup:

Crans Montana, Halfpipe, 7. Platz

Februar, Fis:

Grindelwald, Halfpipe, Siegerin

Februar, Fis:

Grindelwald, Big Air, 2. Platz

März, Europacup:

Leysin, Halfpipe, Siegerin

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