Letzte Woche kam Arno Nussbaumer – hier im Spiel gegen den HC Lugano – zu Einsätzen in der National League. Bild: Philipp Hegglin

Verteidiger Arno Nussbaumer unterschreibt beim EV Zug seinen ersten Profivertrag. Der Brunner will sich in der höchsten Liga etablieren.

Von Simon Zumbach, Bote der Urschweiz

Arno Nussbaumer hat turbulente Tage und Wochen hinter sich. Mitte Dezember teilte der EV Zug mit, dass er das Verteidigungstalent aus Brunnen mit einem Zweijahresvertrag bis zum Ende der Saison 2023/2024 ausstattet. Zu dieser Zeit befand sich Nussbaumer mit der U20-Nationalmannschaft mitten in der Vorbereitungsphase für die WM in Kanada. Der 19-Jährige schaffte es ins finale Kader, das Turnier wurde jedoch nach wenigen Spielen abgebrochen, und die Teams mussten vorzeitig die Heimreise antreten (siehe Box).

Der Frust über die Absage ist mittlerweile etwas verdaut, die Freude über seinen ersten Profivertrag beim EVZ überwiegt. «Das ist das Grösste für mich. Das ist alles, was sich ein junger Hockeyspieler wünscht», so Nussbaumer. Der technisch versierte Verteidiger wechselte bei den Minis vom EHC Seewen zum EV Zug und hat anschliessend sämtliche Juniorenstufen beim EVZ durchlaufen.

Letzte Saison war er als 18-Jähriger bereits fester Bestandteil in der Defensive der EVZ Academy, dem Farmteam in der Swiss League. Zusätzlich kam er auch schon zu sieben Einsätzen in der National League und gehörte in den Playoffs dem erweiterten Kader des amtierenden Schweizer Meisters an. Der EV Zug sei einfach eine vertraue Umgebung für ihn. «Hier stimmt es für mich, und ich fühle mich wohl», bilanziert er. Entsprechend leicht sei ihm die Entscheidung gefallen. «Ich musste nicht zweimal überlegen, als das Angebot kam.»

Schritt für Schritt dem Ziel nähergekommen

Das Sommertraining für die laufende Saison absolvierte Nussbaumer mit der ersten Mannschaft. Er zählt zu den Ergänzungsspielern und kam in den vergangenen Partien in der National League zu Einsätzen. Spielpraxis sammelt der junge Brunner aber auch in der aktuellen Spielzeit, meist bei der EVZ Academy. Da das Farmteam nach dieser Saison aufgelöst wird, musste sich Nussbaumer entsprechend Gedanken über seine Zukunft machen.

Es habe aber schon relativ früh Gespräche mit den Verantwortlichen des EV Zug gegeben. Auch Coach Dan Tangnes war in diesen Prozess integriert. Das Interesse vonseiten des EVZ habe er gespürt. «Es war aber klar, dass es von meinen Leistungen abhängt, ob ich einen Vertrag erhalte oder nicht.» Er habe einfach versucht, stets sein Bestes zu geben und sei so seinem Ziel Schritt für Schritt nähergekommen. «Ich freue mich, dass ich in Zug bleiben kann. Der EVZ ist für mich mit Abstand die beste Option, um mich weiterentwickeln zu können.»

Grosse Konkurrenz in der EVZ-Verteidigung

Der EV Zug verfolgt einen klaren Plan mit Nussbaumer. Sie wollen dem Verteidiger eine Chance geben, sich Eiszeit zu erarbeiten. Eine Ausleihe zu einem Team aus der Swiss League ist vorerst nicht geplant. Das Ziel des EVZ sei klar, ihn in die erste Mannschaft zu inte- grieren. «Das Vertrauen zu spüren, ist natürlich motivierend», sagt Nussbaumer. Dennoch tritt er auf die Euphoriebremse. Zwar könne er auf dem National-League-Niveau mithalten, gleichzeitig wisse er aber um die enorm starke Konkurrenz in der Defensive des EVZ. «Ich starte ganz hinten, dessen bin ich mir bewusst. Aber die Chance ist da, und es liegt an mir, mich nach vorne zu kämpfen.»

Sollte es mit der Eiszeit nicht auf Anhieb klappen, wolle er sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. «Der EVZ gibt mir zwei Jahre Zeit, mich weiterzuentwickeln, und diese Zeit will ich nutzen.» Insbesondere im physischen Bereich müsse er unbedingt zulegen.

Sein Ziel sei es, sich in diesen zwei Jahren zu einem Stammspieler in der National League zu entwickeln. Vorerst fokussiere er sich aber auf das Hier und Jetzt. «Was nach diesen zwei Jahren ist, darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken.» Im Sommer schliesst Nussbaumer die Ausbildung bei der Academy ab. «Dann kann ich mich voll und ganz aufs Eishockey konzentrieren.»

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