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Rigi Schwinget

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«Biathlon in der Schweiz – das muss einfach funktionieren»

 

Der Wollerauer Unternehmer Michael Hartweg engagiert sich momentan wohl wie kein anderer für den Biathlon-Sport in der Schweiz. Im Interview erklärt er seine Beweggründe und wie es in Zukunft weitergehen soll.

 

Mit Michael Hartweg sprachen
Lars Morger und Franz Feldmann von Höfner Volksblatt

Die Kombinationssportart Biathlon – in den umliegenden Ländern schon längst immens populär – erlebt auch in der Schweiz einen Aufschwung. Die Sportart ist «hip» und die TV-Einschaltquoten sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Massgeblichen Anteil an dieser positiven Entwicklung für den Biathlon hat der Wollerauer Michael Hartweg. Mit seinen Investitionen in die Biathlon Arena Lenzerheide – mittlerweile die erste Anlage schweizweit, in der Weltcuprennen ausgetragen werden dürfen – legte er den Grundstein für eine erfolgreiche Schweizer Zukunft in der Sportart.

«Wir wollen in den nächsten fünf bis zehn Jahren etwas bewegen.»

Michael Hartweg, wie kommt man aus dem nicht gerade als Wintersport-Mekka bekannten Wollerau dazu, in den Wintersport zu investieren?

Ich war schon immer sehr sportbegeistert, habe früher auch aktiv Triathlon betrieben. Mit Langlauf beziehungsweise Biathlon in Kontakt kam ich in den Ferien mit meiner Familie im Wallis. Unsere Kinder probierten den Sport aus, und es hat ihnen sofort gefallen. In Deutschland geboren und aufgewachsen war mir Biathlon schon zuvor bekannt, da der Sport dort einen extrem hohen Stellenwert hat.

Wieso investieren Sie ausgerechnet in Biathlon?

Der Sport hat in Ländern wie Deutschland, Italien, Tschechien und Österreich einen enormen Stellenwert. Ich fragte mich, wieso dies hier in einer Wintersportnation nicht der Fall ist. Die Schweiz ist eine Biathlon-Nation, sie weiss es nur noch nicht (lacht). Hier gibt es eine lange Tradition im Schiesswesen und auch diverse Langlaufclubs. Wieso also ist Biathlon auch hier nicht längst äusserst beliebt? In Tschechien zum Beispiel hat Biathlon das Eishockey als Nummer eins verdrängt. Man muss sich das einmal vorstellen.

Dass Sie jetzt hier in die Bresche springen, ist das ein zufälliger Glücksfall für die Schweiz?

Vielleicht ist das Timing ein glücklicher Zufall. Wichtig ist mir, dass alle Beteiligten mitziehen. Unsere Initiative darf nicht zum Selbstzweck werden. Sie muss langfristig breit abgestützt sein. Sonst müsste ich mir die Frage stellen: Warum machen wir das überhaupt?

Ja, warum eigentlich? Wollen Sie Ihren Sohn Niklas fördern?

Mich reizt generell, etwas Neues anzupacken. Dort, wo ich sehe, dass man etwas bewegen kann. Dies muss nicht immer finanziell getrieben sein. Es hat sicherlich mit meinem sportlichen Ehrgeiz zu tun. Das gibt mir Energie. Wir müssen uns nichts vormachen. Wenn es nur um unseren Sohn ginge, dann käme für uns ein Privattrainer wesentlich günstiger (lacht). Wir wollen in den nächsten fünf bis zehn Jahren insbesondere im Nachwuchsbereich etwas anschieben und bewegen. Anschliessend soll das Ganze auf eigenen Füssen stehen. Wenn wir uns dann aus irgendwelchen Gründen zurückziehen, darf das Projekt nicht einfach zusammenbrechen.

Also durchaus eine Parallele zu ihrer geschäftlichen Tätigkeit als Förderer von Start-up Projekten?

Ja genau. Ich habe meinen Mitarbeitern gesagt, der Aufbau der Biathlon Arena in der Lenzerheide ist wie ein Start-up. Da ist die Entwicklung wie in der Geschäftswelt nicht linear. Da braucht es unter anderem die Fähigkeit, das grosse Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. Und genau da helfen mir die Erfahrungen aus dem Triathlon sehr. Denn während des Wettkampfes geht man immer wieder durch brutale Tiefen, die es zu überwinden gilt.

Wenn man mit Ihnen spricht, fällt der grosse Enthusiasmus für den Biathlonsport in der Schweiz auf. Was treibt Sie als ehemaliger Triathlet an, sich in einer Wintersportart so zu engagieren?

Zwei Punkte kommen mir da in den Sinn. Als Deutscher aus dem Schwarzwald waren wir an vielen Winter-Wochenenden in der Schweiz. Die Schweizer Mentalität liegt mir sehr, ich fühle mich mittlerweilen auch als Schweizer. Mich fasziniert am Biathlon, dass er, wie der Triathlon auch, eine Kombinationssportart ist. Zwei Fertigkeiten müssen zusammengeführt werden. Zudem ist Biathlon wie Triathlon auch eine Ausdauersportart.

Sie und Ihre Frau sind die «Architekten» der Biathlon Arena in Lenzerheide. Sie wurde vor knapp zwei Jahren als erste Anlage schweizweit für weltcuptauglich erklärt, nun findet Ende Januar die Junioren-WM dort statt. Ein Meilenstein?

Absolut. Es ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung eines Weltcup-Rennens. Das ist wichtig für den Standort. Mit der Junioren-WM können wir uns auf der internationalen Bühne von unserer besten Seite präsentieren. So entsteht die Möglichkeit, im nächsten Zyklus für Weltcup-Rennen berücksichtigt zu werden. Es stehen viele Austragungsorte in den Startlöchern, um solch wichtige Wettkämpfe durchführen zu können. Mit zehn Weltcup-Daten im Jahr ist die Anzahl der Standorte limitiert. Nebst einer guten Anlage braucht es auch eine Begeisterung in der Bevölkerung und natürlich gute, einheimische Athleten, wie etwa ein Dario Cologna im Langlauf. Mit der attraktiven Infrastruktur auf der Lenzerheide schaffen wir jungen Schweizer Athletinnen und Athleten die Möglichkeit, den Sprung an die Spitze schaffen zu können. Es freut mich, dass wir erst kürzlich das Label «Nationales Leistungszentrum» von Swiss-Ski bekommen haben.

«Biathlon ist hinter Ski-Alpin die zweitmeist gesehene Wintersportart.»

Warum gerade die Lenzerheide?

Die Lenzerheide ist zentral gelegen und verfolgt seit Jahren eine erfolgreiche Grossevent-Strategie. Bereits im Jahr 2006 hat eine lokale Initiantengruppe in Lantsch/Lenz das Projekt Biathlon Arena ins Leben gerufen. Zudem gibt es viele Menschen, die ihre Ferienwohnungen auf der Lenzerheide haben. Bei diesen spüren wir ebenfalls eine grosse Begeisterung für das Biathlonprojekt. Das Ziel zusammen mit unserer Stiftung ist es, auf eine operative, schwarze Null zu kommen. Da haben wir wieder die Parallele zu einem Start-up. Auch aus diesem Grund ist es unheimlich wichtig, dass diese Junioren-WM zu einem Erfolg wird. Das Momentum der Begeisterung soll weitergehen.

Für eine Begeisterung braucht es auch viel Publikum, das könnte schwierig werden.

Der Biathlon als Event ist leider noch nicht ganz bei den Schweizern angekommen. Wenn die sportlichen Erfolge kommen, können auch wir als Organisator ganz anders auftreten. Unser Ziel ist es, in drei Jahren zum ersten Mal einen Weltcup-Anlass organisieren zu dürfen. Und wenn der Weltcup einmal da ist, dann kommen die Massen. In Antholz zum Beispiel, zu vergleichen mit der Lenzerheide, kommen an einem Tag 30 000 Zuschauer in das Bergtal, das ist abartig. Die Stimmung dort erzeugt bei mir Hühnerhaut. Wenn wir den Weltcup bekommen, können wir beweisen, dass das auch in der Schweiz funktioniert.

Das geht im Sport nicht ohne potente Geldgeber.

Ja, wir konnten schon einige Geldgeber gewinnen und bleiben dran. Aber es ist nicht so einfach. Dabei könnte man momentan im Vergleich zu arrivierten Disziplinen von Swiss-Ski mit relativ überschaubaren Mitteln unheimlich viel bewegen. Es ist aber nicht unser Ziel, den anderen Sportarten das Wasser abzugraben.

Hat denn Biathlon eine Zukunft?

Untersuchungen zeigen, dass Biathlon global ganz knapp nach Ski Alpin an zweiter Stelle in der Gunst der Fernsehzuschauer steht, deutlich vor Skispringen. Die Sportart boomt momentan regelrecht. Langlauf zum Beispiel hat über dreimal weniger Zuschauer. Man sieht, dass zum Beispiel die «Tour de Ski» an die Randzeiten gedrückt wird. Das ist nicht gut. So muss man sich überlegen, was ist die Alternative? Offensichtlich ist es Biathlon. Aus der Sicht von Swiss-Ski muss man daran interessiert sein, eine Sportart zu haben, die am Wachsen ist.

Wie sieht die Zukunft aus?

Wie gesagt, das erste Ziel ist es, den Weltcup in die Lenzerheide zu holen. Dann wollen wir das positive Momentum nutzen und zusammen mit Swiss-Ski eine Europa- oder Weltmeisterschaft ins Land holen. Wenn wir das geschafft haben, dann sollte das «Baby» langsam selbst laufen können. Auf diesem Weg sind alle Beteiligten gefordert. Auch Bund und Kantone sind gefragt, denn der Betrieb und Unterhalt von Sportstätten trägt sich nicht von alleine oder ausschliesslich mit Sponsoren. Das zeigt auch das Beispiel der Sprungschanzen in Einsiedeln und St. Moritz. Alle Pfeiler, die den Sport tragen, müssen ihren Teil dazu beitragen.


 

Michael Hartweg

Geburtsdatum: 22. Dez. 1972

Wohnort: Wollerau

Zivilstand: verheiratet

Beruf: Investor und Wirtschaftsingenieur

Hobbys: Sport, Lesen, Berge, Wandern

Stärken: Durchhaltevermögen, Biss, guter Motivator

 

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Als Folge des Coronavirus: 
 
Die AV und Gala findet am
22. August 2020 statt:
 
  • AV um 15 Uhr.
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  • Gala ab 19.15 Uhr. 
 
MZH Rothenthurm

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