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«Dankbare Rückmeldung ist unbeschreiblich»

 

Peter Wullschleger, Einsiedeln, Präsident der Nachwuchs- und Sportföderkommission des Sportverbands Kanton Schwyz (SKS)

Mit Peter Wullschleger sprach Urs Gusset

 

Peter Wullschleger, wie haben Sie die Medienorientierung des topshots-Projekts des Schwyzer Sportverbands und der Abteilung Sport des Kantons Schwyz vom Mittwochnachmittag im Hotel Drei Könige in Einsiedeln erlebt?

Peter Wullschleger: Für mich war dies die erste Medienorientierung in solch einem Umfang, demzufolge hatte ich zu Beginn schon etwas Lampenfieber. Diese Orientierung hatte für uns vom SKS und von der Abteilung Sport des Kantons Schwyz einen sehr hohen Stellenwert, da wir die neu überarbeitete Sportförderung im Kanton Schwyz und im Rahmen der neuen Sportprojekt Förderung unserer topshots-Athleten der Öffentlichkeit vorstellen durften. Mit der Teilnahme von Regierungsrat Michael Stähli an diesem Anlass ist die Wichtigkeit der Sportförderung noch verstärkt worden.

Sie haben Michael Stähli speziell erwähnt. Wie sportlich ist der Schwyzer «Sportminister»? 

(Lacht!) Ich weiss, dass Michael Stähli Sport treibt, aber einen Konditionstest haben wir zusammen noch nicht absolviert, weshalb mir eine Wertung nicht möglich ist. In Bezug aber, wie er sich für den Sport in unserem Kanton einsetzt, wie er die verschiedenen Gremien und Kommissionen unterstützt und aufgrund seiner Präsenz an den verschiedenen Anlässen empfinde ich ihn als äusserst «sportlich».

An der gut einstündigen PK haben sich in einem Film die zehn topshots- Athleten kurz vorgestellt. Wie haben Sie diese Kurzporträts erlebt? 

Die Videos haben wir bei der Vorbereitung des Anlasses von den topshots-Athleten erhalten. Es war einfach genial, die Videos einzeln zu betrachten. Ich liebe solche tolle Sportaufnahmen, und es hat mich ausserordentlich beeindruckt, was für tolle Bilder die Athleten neben ihrem harten Training und den Wettkämpfen für uns erstellt haben.

Welche Rolle spielen nach Emotionen im Sport?

Emotionen sind das A und O im Sport. Es ist das Mitfiebern mit den Athleten, wenn sie am Start stehen und die Freude, mit ihnen zu Jubeln, wenn ein gutes Resultat erzielt worden ist, aber auch der Schmerz, wenn es Mal nicht geklappt hat.

Wie erleben und beurteilen Sie den Stellenwert des Sports im Kanton Schwyz?

Ich finde, der Sport hat in unserem Kanton einen sehr hohen Stellenwert. Unsere Vereine bieten eine ausserordentlich gute Plattform, sich sportlich zu betätigen und sind ein wichtiger Bestandteil in unserem sozialen Umfeld. Diese Vereine sind die Basis für den Nachwuchs und bringen die künftigen topshots hervor. Im Spitzensport hat der Kanton Schwyz landesweit ein sehr gutes Standing. Gerade im Wintersport sind immer wieder Schwyzer Athleten im internationalen Feld anzutreffen. Aber auch bei vielen anderen Sportarten sind es Schwyzer Athleten, die sich an der Spitze behaupten. 

Das neue Sportförderkonzept für den Kanton Schwyz ist in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Sport des Kantons Schwyz und dem Schwyzer Sportverband erarbeitet worden. Wieso haben Sie sich engagiert und wie haben Sie diese Zusammenarbeit erlebt?

Als von Seiten Kanton die Anfrage für die Erarbeitung eines neuen Reglements für die Nachwuchs- und Leistungssportförderung an den SKS herangetragen worden ist, habe ich sofort gedacht, dass dies eine sehr spannende Aufgabe wird. So habe ich mich für die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe gemeldet. Als Vertreter des Leichtathletik-Verbands Schwyz wollte ich meine Erfahrung aus dem Nachwuchs- und Leistungssport einbringen. Die Zusammenarbeit in der Arbeitsgruppe ist sehr harmonisch verlaufen, und es sind auch viele neue Ideen diskutiert worden, die wir eingearbeitet haben. Im August 2016 ist Lars Reichlin als neuer Leiter Abteilung Sport in die Arbeitsgruppe dazugestossen. Seine Erfahrung und Gespräche mit den «Sportchefs» der anderen Kantone und den Vertretern der Sporthilfe Schweiz waren sehr wertvoll. So konnten wir die neuen Reglemente und Richtlinien sehr gut abrunden und haben einen roten Faden von der kantonalen zur nationalen Sportförderung reingebracht.

Eine Arbeitsgruppe mit Ihnen hat Konzept und Reglemente in Zusammenarbeit mit der Abteilung Sport von Lars Reichlin und einem Vertreter der kantonalen Sportfonds-Kommission, Roland Cavelti, erarbeitet. Wie beurteilen Sie die Ausgangslage und die Ziele des Projekts? 

Die Überarbeitung der Sportförderung ist mit zwei Projekten abgewickelt worden. Das erste Projekt war die Erarbeitung der Reglemente und Richtlinien für die Nachwuchs- und Leistungssportförderung. Dieses Projekt ist von der Arbeitsgruppe des SKS bearbeitet worden. In einem späteren Schritt ist von Seiten Abteilung Sport ein Projekt lanciert worden, das sich mit der Überarbeitung der gesamten Sportförderung des Kanton Schwyz befasst hat. Dieses Projektteam hat aus Vertretern der Abteilung Sport, des SKS und der Sportfonds Kommission bestanden. Die Resultate aus der Arbeitsgruppe Nachwuchs- und Leistungssport sind in das Sportförderprojekt eingearbeitet worden und haben eine gute Basis für die Erarbeitung der Reglemente und Richtlinien bei Sportinfrastruktur und der Breitensportförderung geboten. Es war das Ziel des Sportförderprojektes, neue Ideen in die Sportförderung einzubringen und die Bewertungsparameter der Anträge, die Bearbeitungs- und das Bewilligungsverfahren zu vereinheitlichen und zu vereinfachen. Die unterschiedlichen Ausgangslagen in den Kommissionen, der Verbands- und Vereinsförderung haben sich als Herausforderung gezeigt. Wir sind aber heute davon überzeugt, dass wir beim neuen Sportförderkonzept die Komplexität reduziert und die Abläufe und Prüfparameter vereinheitlicht und vereinfacht haben.

Was erhoffen Sie sich von diesem neuen Sportförderkonzept und welche Bedeutung hat es aus Ihrer Sicht?

Die Sportförderung ist mit Hilfe von Swisslos-Geldern ein wichtiger Bestandteil im Sport im Kanton Schwyz, das Sportförderkonzept betrifft alle Organisationen, die direkt oder indirekt vom Sport betroffen sind. Die Vereinfachung der Prüfungen und der Abläufe erlaubt es den Kommissionen, die Anträge schneller zu bearbeiten. Es geht sogar einen Schritt weiter, dass aufgrund der klaren Parameter im Breitensport die Antragsteller, in der Regel sind dies die Kassiere von Vereinen, Verbänden oder von Veranstaltern von Anlässen, bei der Erstellung der Anträge darüber informiert werden, welchen Betrag sie erwarten dürfen. So erhöhen wir für die Antragsteller die Planungssicherheit, was für mich ein Schritt in die richtige Richtung bedeutet.

Wie wollen Sie dafür sorgen, dass das Konzept in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird? 

Für uns ist es wichtig, dass das neue Sportförderkonzept in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Im Kanton Schwyz haben wir beispielsweise derzeit 239 Inhaber einer Swiss Olympic Card Gold, Silber, Bronze, Elite, National oder Regional. Viele von diesen Athletinnen oder Athleten wissen nicht, dass sie die Möglichkeit haben, einen persönlichen Unterstützungsbeitrag zu erhalten. Wir wollen auch Eltern darüber informieren, dass wenn ihr Kind eine ausserkantonale zertifizierte Sportschule besucht, sie mit Differenzzahlungen unterstützt werden, das heisst Beträge, die nicht von Kanton, Bezirk oder Gemeinde getragen werden. Im Nachwuchs- und Leistungssport sind uns gut ausgebildete Trainer wichtig, weshalb wir auch hier Unterstützungszahlungen anbieten. All diese Informationen wollen wir verteilen. Dies geschieht mit Gesprächen bei Veranstaltungen, bei Versammlungen, im Internet und über Social Media.

Das Sportförderkonzept sichert Sportlern eine finanzielle Unterstützung auf dem Weg an EM, WM oder Olympia zu. Athleten profitieren von diesem kantonalen Engagement, nachdem sie sich beworben haben.  Sind Sie mit der Auswahl der zu unterstützenden Sportler zufrieden?

Ich bin mehr als zufrieden. Von der Nachwuchs- und Leistungssportkommission sind wir überzeugt, dass unsere kantonalen High Potentials als topshots Athleten ausgewählt worden sind, und wir wollen sie auf ihrem Weg zu ihrem grossen Ziel unterstützen und begleiten.

Wie sieht diese Unterstützung aus und inwiefern sind die Sportler auf diese Gelder angewiesen?

Wir unterstützen die Athleten bei einem für sie wichtigen Sportprojekt, um die Teilnahme an einer EM, WM oder Olympia zu ermöglichen. Diese Sportprojekte sind mit finanziellem Aufwand verbunden, und nicht jedem Athleten ist es vergönnt, sich solch ein Projekt finanziell leisten zu können. Hier springen wir ein und versuchen, die finanzielle Lücke ganz oder zumindest teilweise zu schliessen.

Michael Stähli freut sich ausserordentlich, dass der Kanton Schwyz über ein derartiges Fördergefäss verfügt, um so einen kleinen Teil zum sportlichen Erfolg dieser Athleten beitragen zu können. Wie gross schätzen Sie persönlich diesen Teil ein?

Ich denke, dass für die Athleten das Fördergefäss ein wichtiger Teil ist. Bei internationalen sportlichen Erfolgen gibt es aber viele Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt. So ist die finanzielle Förderung ein Teil davon. Training, Tagesform, Wettkampfanlage, persönliches Umfeld sind jedoch ebenfalls wesentliche Teile zum sportlichen Erfolg.

Was antworten Sie, wenn jemand sagt, topshots sei ein Meilenstein der Sportförderung im Kanton Schwyz?

Ich bedanke mich für diese Aussage und freue mich sehr, dass diese Person das so sieht.

Die finanzielle Stärkung der topshots-Athleten ist das eine. Wie wichtig erachten Sie persönlich den emotionalen Halt dieser Sportler im Kanton, im eigenen Zuhause? 

Das ist eine schwierige Frage, und ich denke nicht, dass ich mich im Namen der Sportler dazu äussern kann. Jedoch aufgrund meiner Erfahrung mit Spitzensportlern, mit denen ich schon über dieses Thema gesprochen habe, ist der Bezug zum eigenen Zuhause sehr wichtig. Es ist nicht nur der Platz, wo sie zu hause sind, sondern es ist auch der Platz ihres sozialen Umfelds. So besteht beispielsweise bei vielen Athleten des nationalen oder internationalen Felds ein wichtiger Bezug zu ihrem Heimatverein, wo sie gross geworden sind. Sie sind auch die Idole des Nachwuchses in diesem Verein.

Inwiefern sind die topshots-Athleten die Aushängeschilder des Schwyzer Sports und inwiefern repräsentieren sie den Kanton Schwyz in der Welt? 

Neben den bereits sehr erfolgreichen Top-Sportlern aus unserem Kanton sehen wir die topshots Athleten ebenfalls als Aushängeschild des Schwyzer Sports. Sie sind High Potentials, die wir auf ihrem Weg zur internationalen Spitze besonders unterstützen. Bei der Repräsentation aus Sicht des Kanton Schwyz sehe ich es eher umgekehrt. Nehmen wir zum Beispiel Urs Kryenbühl. Er ist topshot Athlet und verweilt derzeit mit dem Ski-Nationalteam in den USA. Er ist im Weltcup unterwegs und auf dem Weg zur Weltspitze. Dort wird er eher als Schweizer Sportler wahrgenommen. Für mich ist es wichtig zu wissen, dass wir einen Schwyzer topshot Athleten haben, der im Weltcup international zur Weltspitze unterwegs ist. Das freut meines Erachtens auch die Bevölkerung in unserem Kanton, das schürt Emotionen und stärkt den Schwyzer Sport in unserem Land.

Swiss Olympic-Cardholder erhalten über die Sporthilfe und die kantonale Sportförderung bereits pauschale Entschädigungen für ihre sportliche Tätigkeit. Wie wertvoll finden Sie, dass bei den topshots-Athleten die Unterstützungsbeiträge nicht pauschal fixiert sind, sondern individuell, gebunden an ganz konkrete Trainings- oder Materialprojekte ausgerichtet sind?

Sportprojekte, die die Athleten lancieren, haben unterschiedliche Ziele und Inhalte und bedürfen deshalb auch unterschiedliche finanzielle Mittel. Es ist uns wichtig, Projekte gezielt zu unterstützen und nicht Pauschalbeträge zu verteilen. So decken wir einerseits das Bedürfnis des Antragstellers, und es erlaubt uns anderseits, eine grössere Anzahl von Projekten zu unterstützen.

Können sie uns die Projekte der beiden Athleten aus unserer Region kurz vorstellen?

Von Urs Kryenbühl haben wir ein spezielles Trainingsprojekt erhalten. Er ist seit kurzem im Kader und wagt sich an die Königsdisziplin des Ski Alpin. Als Abfahrer ist neben Technik und Kondition die Kraft ein wesentlicher Bestandteil im Training. Damit er gezielt, ungestört und jederzeit seine Lektionen absolvieren kann, hat er sich einen eigenen Kraftkeller eingerichtet. Dies ist für ihn ein wichtiger Teil des Trainings, auf dem Weg zur Olympiaqualifikation, weshalb wir ihn mit einem Sonderbeitrag unterstützen. Bei Roman Schaad ist der Herbst ein wichtiger Vorbereitungszeitpunkt. Diese Zeit ist mit Auslandtrainings für Kraft und Kondition verbunden, im Speziellen diesen Herbst, da es sich um die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Pyeongchang handelt. Roman haben wir bei seinem zusätzlichen Auslandtraining unterstützt. Ein weiteres Beispiel wäre Jonas Boesiger. Er ist im Snowboard Freestyle international etabliert und will sich im Bereich Material weiterentwickeln. Im Slopestyle (Hindernisparcours) und Big Air (Sprung) ist die Belastung auf das Board extrem gross, was sich mit Schwächen im Material zeigt. Bei der Beschaffung von persönlichen Customs Snowboards unterstützen wir Jonas mit zusätzlichen finanziellen Mitteln.

Welches Trainings- und Materialprojekt finden Sie besonders originell? 

Ich denke an das Trainingsprojekt von Tanja Hüberli, Beachvolleyball. Sie konzentriert sich auf ein spezielles Koordinations- und Körperspannungstraining, was beim Beachvolleyballsport nicht unbedingt erwartet wird. Das ermöglicht ihr, ihre körperlichen Voraussetzungen im Beachvolleyballsport optimal nutzen zu können.

Sie kommen aus der Leichtathletik. Mit Kim Flattich, 100 Meter Hürden, ist auch eine Leichtathletin dabei. Was trauen Sie ihr zu?

Kim Flattich ist die jüngste topshot-Athletin. Ich habe sie als sehr gewissenhafte und stringente Sportlerin kennengelernt. Sie steht vor dem Sprung von der nationalen zur internationalen Athletin. Gerade in der Leichtathletik ist dies ein schwieriger und strenger Schritt und benötigt ein vermehrtes Training, um sich im internationalen Feld zu behaupten, und das traue ich ihr zu.

Von den zehn topshots-Athleten stammen sieben aus dem Wintersport. Wie erklären Sie sich das?

Das ist darauf zurückzuführen, dass deren Projekte sich auf die Olympischen Spiele ausrichten, die im Februar 2018 in Pyeongchang stattfinden.

Welchem dieser zehn Sportler trauen Sie am ehesten eine Olympiamedaille zu?

Ich bin nicht gut bei Prophezeiungen. Ich hoffe aber sehr, dass wir uns über Diplome und Medaillen von unseren topshots-Athleten erfreuen dürfen.

Bei den Olympischen Sommerspielen in Rio 2016 hat die Schweiz sieben Medaillen gewonnen – dreimal Gold und je zweimal Silber und Bronze. Spüren sie bei den Schwyzer topshots-Athleten den sogenannten «Flow»

Ich empfinde das sehr. Unsere topshots-Winterathleten sind äusserst motiviert. Das Gespräch mit Verena Rohrer, Snowboard Freestyle Halfpipe, hat mich beeindruckt. Nach einer Verletzung im Juni absolviert sie neben dem Training eine auf sie zugeschnittene Reha. Die Fortschritte sind sehr gut. Sie ist bereits wieder in der Halfpipe unterwegs und hat stets die Olympiaqualifikation vor Augen.

Was braucht es aus Ihrer Sicht, damit der Traum dieser jungen Athleten in Erfüllung geht?

In der Vorbereitung sicher einen starken Durchhaltewillen und eine gute Gesundheit. Bei den Wettkämpfen stets die optimale Tagesform, um das Unmögliche im richtigen Zeitpunkt abrufen zu können. Das soziale Umfeld das bei Freud und Leid zur Seite steht und als Wichtigstes: Keine Verletzung.

Peter Wullschleger, sonst noch etwas Spezielles aus Ihrer Sicht?

Als ich mit meinen Kollegen bei der ersten Arbeitsgruppensitzung über die ersten Fragen diskutiert habe, was wir unter Nachwuchs- und Leistungssportförderung verstehen, hätte ich nie gedacht, dass wir am Ende so viele Personen glücklich machen können und sie bei ihrem Traum begleiten dürfen. Die dankbare Rückmeldung unserer topshots-Athleten ist einfach unbeschreiblich.

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