Jasmina Suter sicherte sich einen Fixplatz im Weltcup. Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott

Über den Europacup hat sich das Schweizer Skiteam sieben zusätzliche Startplätze für den Weltcup ergattert.

Robert Betschart, Bote der Urschweiz

Mit den Schweizer Meisterschaften in St-Luc (VS) ist die Skisaison der Elite vorbei. Im Weltcup überzeugten die Schweizer erneut und gewannen die Nationenwertung vor dem ewigen Rivalen Österreich. Doch wer schliesst die Lücke, wenn die arrivierten Cracks den Rücktritt erklären? Wer wird der Beat Feuz von morgen?

Eine gute Antwort auf diese Fragen liefert jeweils ein Blick auf den Europacup, die Vorstufe des Weltcups. Abseits der grossen Aufmerksamkeit der Medien und ohne satte Preisgelder fahren dort die Athletinnen und Athleten um wichtige FIS- und Europacuppunkte. Das grosse Ziel besteht jeweils darin, unter die ersten drei einer Disziplinenwertung zu fahren. Damit erhält die Fahrerin oder der Fahrer und damit Swiss-Ski einen zusätzlichen Startplatz im Weltcup.

«Zusätzliche Startplätze im Weltcup sind vor allem bei einem grossen Team sehr wichtig», sagt Franz Heinzer, der Speedtrainer des Schweizer Europacupteams. Er rechnet vor: «Wenn die Schweiz beispielsweise für ein Weltcuprennen über acht Startplätze verfügt und es kommen über den Europacup zwei hinzu, eröffnen diese zwei Fixplätze jungen Schweizern die Chance, auf höchster Stufe wichtige Erfahrungen zu sammeln.»

Genau dies haben die Schweizer Männer in der abgelaufenen Saison im Super-G geschafft. Mit Stefan Rogentin und Ralph Weber belegten zwei Swiss-Ski-Fahrer die Ränge eins und zwei in der Disziplinenwertung. Rogentin und Weber gehören dem Team vom Sattler Vitus Lüönd an. Sie sollen nun im Weltcup definitiv Fuss fassen können. Denn beide werden im Mai 27 respektive 28 Jahre alt und zählen auch nicht mehr zu der jungen Garde.

Enttäuschung in der Abfahrt

Knapp keinen Fixplatz hingegen konnten die Männer in der Abfahrt ergattern. Hat die Schweiz in Zukunft also einen Mangel an guten Abfahrtsspezialisten? So würde es Franz Heinzer nicht ausdrücken: «Nein, es wäre sicher falsch, zu sagen, dass im Speedbereich keine guten jungen Fahrer nachkommen. Sie brauchen einfach noch die Erfahrung auf Weltcup-Pisten und etwas Zeit.»

Heinzer betreut im Europacup die Fahrer Yannick Chabloz (22 Jahre alt), Arnaud Boisset (22), Josua Mettler (22) und Alexis Monney (21). Sie alle sind jung und hungrige Athleten. Chabloz verpasste einen Fixplatz nur knapp und belegte in der Endabrechnung den guten sechsten Platz in der Abfahrt. Hinzu kommt der talentierte Marco Kohler (23). Der Meiringer ist als Vorfahrer vor einem Jahr im Training zur Lauberhorn-Abfahrt im Ziel-S in den Netzen gelandet und musste aufgrund einer schweren Knieverletzung mehr als ein Jahr pausieren. Am Dienstag stand er zusammen mit Franz Heinzer das erste Mal seit 14 Monaten wieder auf den Skiern.

Nicht zu vergessen gilt es Cedric Ochsner. Der 22-jährige Trachslauer schaut aber auf eine durchzogene Saison zurück. In der Abfahrt belegt er in der Gesamtwertung mit 99 Punkten den 16. Schlussrang. Der von Vitus Lüönd betreute Schwyzer holte vor einem Jahr seine ersten Weltcuppunkte. In diesem Jahr kam er allerdings zu keinen Einsätzen auf höchster Stufe.

Jasmina Suter gewinnt Super-G-Wertung

Erneut starke Leistungen im Europacup zeigte die Stööslerin Jasmina Suter. Während sie es in diesem Winter schaffte, auch im Weltcup konstant in die Punkte zu fahren, gewann sie im Super-G ihr zweites Europacuprennen und wurde zudem einmal Zweite. Damit gewinnt sie die Disziplinenwertung und darf sich im Super-G auch nächste Saison wieder über einen Fixplatz im Super-G-Weltcup freuen.

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