Lars Reichlin, Leiter der Abteilung Sport des Kantons Schwyz. Bild: Erhard Gick

Lars Reichlin schaut auf ein reich befrachtetes und erfolgreiches Sportjahr 2021 zurück.

Von Franz Feldmann, Redaktion March24 & Höfe24

Auch für den Leiter Abteilung Sport Lars Reichlin ist das Sportjahr natürlich nicht spurlos vorbeigegangen. «Die Pandemie tangierte uns dahingehend, dass sie Kräfte gebunden hat», so Reichlin. Die angegangenen und anstehenden Projekte seien nicht unbedingt anders dahergekommen. Sie hätten teilweise nach hinten verschoben werden müssen. «Verschiedene bearbeitungsintensive Gesuche um Corona-Beiträge sind eingegangen.» Zudem hätten viele aufkommende Fragen die Pandemie betreffend beantwortet werden müssen. So musste zum Beispiel die aufgegleiste kantonale Schneesportförderung um eine Saison verschoben werden, da Schulausflüge im letzten Winter nicht mehr möglich waren.«Alles ist bereit gewesen», so Reichlin weiter. Da Schulausflüge im letzten Winter nicht mehr möglich waren, musste auch dieses Projekt auf Eis gelegt werden. Dieses Hinausschieben habe aber auch die Chance geboten, alles aufgrund verschiedener Feedbacks nochmals zu überdenken und das Verfahren in Richtung Praxistauglichkeit zu optimieren. Eine dieser Änderungen betrifft die Ansprechperson für Schulen in den Wintersportorten. «Die Angebotsstruktur ist einfacher geworden », erklärt Reichlin.

20 000 Kilometer auf Pumptrack

Als weiteres Projekt erwähnt der Leiter der Abteilung Sport den Pumptrack, der nun schon im vierten Jahr im Kanton Schwyz mit grossem Erfolg unterwegs ist. Nachdem im letzten Jahr zwei Standorte hatten absagen müssen, weil vieles unsicher war, so konnten in diesem Jahr alle Standorte bedient werden. «Wir waren ja schon erprobt und wussten, wie mit der Situation umzugehen ist.» Das führte dazu, dass in diesem Jahr so viele Kilometer wie noch nie zuvor gefahren wurden. «Es wurde die Hälfte der Erde umrundet, zirka 20 000 Kilometer», freut sich Reichlin. «Der Pumptrack ist eine gute Sache. Man ist draussen und bewegt sich.» Das Angebot sei ausserordentlich gut genutzt worden, auch während der Ferien, die Reaktionen durchwegs positiv. Schön wäre es, fixe Anlagen zu installieren, denn es ist eine ideale Bewegungsform für Familien. «Der Pumptrack hat viel Potenzial, denn die Kinder können mit ihren Skateboards und Fahrrädern spielen, die Familien je nach Standort baden, picknicken und grillieren.» Reichlin hebt vor allem den Standort Altendorf als ideal heraus. «Das könnten sich andere Gemeinden als Muster nehmen.» Weg von der reinen Sportanlage, hin zum Freizeittreff sei die Devise.

«Andere Gemeinden könnten sich Altendorf als Beispiel nehmen.»

Lars Reichlin, Leiter Abteilung Sport

Auf den Pumptracks im Kanton Schwyz, wie hier in Altendorf, wurden über 20 000 Kilometer zurückgelegt. Bild: Archivbild

Über 100 neue Hilfsleiter

Ein weiteres wichtiges Projekt, das Lars Reichlin hervorheben möchte, ist das 1418Coach-Programm, das verschoben werden musste. Fehlende Leiter und Trainer stehen auf dem Sorgenbarometer der Sportvereine ganz oben. Immer weniger Personen lassen sich für ein freiwilliges, ehrenamtliches Engagement in einem Sportverein überzeugen. Das Sportförderprogramm des Bundes Jugend+Sport (J+S) sieht vor, dass erst ab 18 Jahren eine Leiterausbildung besucht werden kann. Hier setzt das Programm «1418Coach» an: Jugendliche ab 14 Jahren erhalten an einem zweitägigen Kurs erste Grundkompetenzen des Leitens und können im Verein als Hilfsleiter eingesetzt werden. Der Verein erhält dafür eine finanzielle Entschädigung.

«Ich finde das ein sehr interessantes, kantonsübergreifendes Projekt,» sagt Reichlin. «So haben wir schon über 100 Jugendliche, die in den Vereinen als Hilfsleiter eingesetzt werden können und die so dem Sport erhalten bleiben. Da hat unsere J+S-Verantwortliche Karin Strüby grossartige Arbeit geleistet.» Überhaupt möchte Lars Reichlin den Vereinen im Kanton Schwyz ein grosses Kränzchen winden: «Unglaublich, was in diesem Jahr alles stattgefunden hat, das war grossartig.» Dies vor allem deshalb, wenn man bedenkt, unter welchen Voraussetzungen im vergangenen Jahr Anlässe hätten organisiert werden müssen.

«Unglaublich, was in diesem Jahr alles stattgefunden hat.»

Lars Reichlin, Leiter Abteilung Sport

Sportliche Highlights

Natürlich fällt es dem Leiter Abteilung Sport schwer, einzelne erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler herauszuheben. Die Leistungen der beiden Neuzuzügerinnen Nina Christen und Linda Indergand als Medaillengewinnerinnen an den Olympischen Spielen in Tokio sowie von der Beachvolleyballerin Tanja Hüberli, die in Wien Europameisterin geworden ist, sind sicher zu erwähnen. «Es war ein sehr erfolgreiches Sportjahr für Sportlerinnen und Sportler, die im Kanton Schwyz wohnen.» Die Geschichte von Behindertensportlerin Elena Kratter aus Vorderthal hat Reichlin «sehr gefreut». Ihre Bronzemedaille in Tokio sei schlichtweg «eine unfassbar bewegende Story».

«Elena Kratters Geschichte ist eine unfassbar bewegende Story.»

Lars Reichlin, Leiter Abteilung Sport

Universiade als Höhepunkt ausgefallen

Sehr stark war Lars Reichlin im lokalen OK Stoos/St. Moritz für die Universiade involviert, dies im Bereich Wettkampf. Der grösste Sportanlass der Schweiz in diesem Jahr ist bekanntlich abgesagt worden (wir berichteten). «Der Frust sitzt natürlich tief, dies umso mehr, wenn ich sehe, wie die Bedingungen an den Wettkampftagen gewesen wären.» Immerhin: Ganz für die Katze waren die unzähligen Stunden Arbeit nicht. «Wir haben nun auf dem Stoos eine verbesserte Infrastruktur, haben ein gutes Netzwerk aufbauen können, das ja nicht verloren geht.» Zudem ist mit den kürzlich abgehaltenen «Talent Days» ein weiterer Meilenstein für zukünftige Athleten im Bereich Ausbildung/Beruf/Sport geschaffen worden.

Mit Förderprogramme für Talente gut unterwegs

Freude hat Lars Reichlin an den diversen Förderungsprogrammen für Talente im Kanton Schwyz. «Da sind wir ganz bestimmt auf einem guten Weg.» Auch wenn nicht jedes Talent den Weg zum Profisportler finde, sei es doch wichtig, in der Breite gut aufgestellt zu sein. «Man darf nicht vergessen, dass der Weg zum Leistungssportler zum Beispiel in Talentklassen dem Einzelnen persönlich viel für die Entwicklung bringen kann.

Wenn diese Sportler später wieder ihr Wissen in Form von Trainern oder auch Schiedsrichter weitergeben können, ist das auch wertvoll», erklärt Reichlin. Allerdings müssen sich Sportler wie auch Eltern bewusst sein, dass bei Schwierigkeiten nicht einfach die Trainer oder Lehrer schuld sind. «Das ist oft auch eine Erziehungsfrage, wo die Eltern ganz klar in der Pflicht stehen.» Das könne nicht einfach an Vereine, Trainer oder auch Lehrer delegiert werden.

«Ohne Breiten gibt es keinen Spitzensport.»

Lars Reichlin, Leiter Abteilung Sport

Primarschulen besser einbinden

Lars Reichlins Blick in die Zukunft knüpft ander Schule an. «Unser Fokus geht auch hier in Richtung Breitensport. Schliesslich ist es nicht nur eine Floskel, dass es ohne Breiten- keinen Spitzensport gibt. Da kommt die Schule für uns ins Spiel.» Ein grosses Ziel für Reichlin ist, dass das grosse sportliche Potenzial von Schülerinnen und Schülern besser erkannt und genutzt werden kann. Die Abteilung Sport hat festgestellt, dass es im Kanton Schwyz praktisch keine Gemeinde mit einem Angebot im freiwilligen Schulsport gibt. Das Erstaunliche dabei ist, dass man überall bestrebt ist, Tageslösungen für die Kinder und Jugendlichen zu finden. Naheliegend: «Man könnte die Kinder über den Mittag in der Halle beschäftigen, damit sie sich bewegen.» Solche Angebote können bei J+S angemeldet und damit auch Unterstützungsgelder generiert werden.

 

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