Der Schwyzer Sandro Zurkirchen will wieder zurück ins Tor der Luganeser. Bild HC Lugano

Sandro Zurkirchen (30) zog sich im Oktober eine Gehirnerschütterung zu. Der Schwyzer hofft, für Lugano bald wieder im Tor zu stehen.

Mit Sandro Zurkirchen sprach Robert Betschart
Bote der Urschweiz

Sie erlitten im Spiel gegen Fribourg im Oktober eine Gehirnerschütterung. Wie geht es Ihnen?

Es geht besser. Ich bin auf bestem Weg zurück und konnte kürzlich für unser Farmteam, die Biasca Ticino Rockets, wieder auf dem Eis stehen. Ich hoffe, dass ich bald wieder mit voller Stärke zurück sein kann.

Gehirnerschütterungen treten im Eishockeysport leider immer öfter auf. Wie war die Verletzung für Sie?

Aufgrund der Gehirnerschütterung hatte ich grosse Probleme mit der Balance. Die Koordination zwischen Auge und Innenohr funktionierte nicht mehr richtig. Die Folge waren Schwindel, Druck im Kopf, Kopfweh und Müdigkeit.

Konnten Sie die Gehirnerschütterung gut behandeln lassen?

Zuerst leider gar nicht. Drei Mitspieler und ich wurden nach dem Spiel gegen Fribourg positiv auf das Coronavirus getestet. Somit musste ich in Isolation und konnte mich nicht untersuchen und behandeln lassen. Das war sehr unangenehm.

Es kam also alles zusammen. Und wie verlief bei Ihnen die Covid-Krankheit?

Es hat mich schon mitgenommen. Ich verspürte Gliederschmerzen, hatte Schnupfen und einen Tag Fieber. Wir haben nach der Infektion, als ich wieder gesund war, gut darauf geachtet, wie sich die Werte der Lunge und des Herzens entwickeln. Zum Glück ist alles gut, und es sind keine Folgeschäden auszumachen.

Wo haben Sie die Gehirnerschütterung nach ihrer Corona-Erkrankung behandeln lassen?

Ich ging regelmässig ans Swiss Concussion Center in Zürich, welches sich auf die Behandlung von Gehirnerschütterungen spezialisiert hat. Das hat mir sehr geholfen. Mein Hirn musste diverse Dinge wieder neu erlernen. Auch wie ich beispielsweise meine Augen wieder perfekt fokussieren kann und wie ich wieder ein tadelloses Gleichgewicht kriege. Attribute, die als Goalie natürlich enorm wichtig sind.

Wie haben Sie das organisatorisch gemeistert? Sind Sie zur Behandlung in Zürich immer von Lugano angereist oder waren Sie zu dieser Zeit öfter zu Hause hier in Schwyz?

Ich habe mit meiner Familie im Sommer in Schwyz ein Haus gekauft, welches ganz in der Nähe meines Elternhauses liegt. Dies hat das Ganze vereinfacht. Ich verbrachte während der Rehabilitation mehr Zeit hier in Schwyz als sonst, und die Reise nach Zürich war dadurch um einiges kürzer. Auch wenn ich in Lugano bin, leben nun meine Frau und mein Sohn vor allem hier in unserem Haus. Wir haben so mehr Kontakt zu meinen Eltern und der gesamten Familie. Das ist sehr schön, und hier zu Hause kann ich jeweils die Batterien wieder aufladen.

Was rechnen Sie, wann Sie wieder ganz fit zwischen den Pfosten stehen können?

Ich hoffe natürlich möglichst bald. Seit zehn Tagen trainiere ich wieder mit der Mannschaft auf dem Eis. Wir versuchen nun, dass ich Schritt für Schritt wieder ins Team zurückkehren und ich bald wieder in der National League spielen kann. Dafür helfen sicherlich die Spiele bei den Ticino Rockets.

Wie frustrierend waren die letzten Monate für Sie? Sie waren die ganze Zeit verletzt, und mittlerweile ist schon fast die Hälfte der Saison um.

Es war eine neue Erfahrung für mich. Ich war noch nie in meiner Karriere für eine so lange Zeit verletzt. Aber ich versuche, das Positive zu sehen. Normalerweise wäre jetzt nämlich schon einiges mehr als die Hälfte der Saison um. Nun habe ich immer noch die Chance, wieder fit zu werden und zu meinen Einsätzen zu kommen.

Sie sprechen es an. Aufgrund der Corona-Situation wird der Spielplan immer wieder durcheinandergerüttelt, und in dieser Saison ist vieles anders als sonst. Wie nehmen Sie die Stimmung im Team wahr?

Die Stimmung im Team ist sehr gut. Wir wussten, dass es eine ganz spezielle Saison werden würde und haben uns mental entsprechend darauf eingestellt. Aber klar, die Zuschauer fehlen natürlich sehr. Trotzdem versuchen wir, wie sonst auch, immer von Spiel zu Spiel zu denken. Die Entscheide werden sowieso von oben gefällt. Da können wir nichts dagegen machen. Wir müssen flexibel bleiben.

Der HC Lugano liegt momentan auf dem sechsten Rang. Wie zufrieden seid ihr mit der Leistung bis anhin?

Wir wollen natürlich noch weiter nach oben, sind aber bis anhin mit unserer Leistung nicht unzufrieden. Ich denke, wir hatten aufgrund der Corona-Situation einen schweren Rhythmus. Zu Beginn bestritten wir nur wenige Spiele, und momentan stehen pro Woche gleich bis zu vier Partien an. Das ist sicher eine Herausforderung. Aber auch andere Mannschaften haben mit den selben Problemen zu kämpfen. Wir versuchen, auf uns zu schauen und uns in der Tabelle nach oben zu orientieren. Das ist unser Anspruch.

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