Die Beachvolleyball-Spielerin Nina Betschart stand an den Olympischen Spielen in Tokio im Einsatz.

Die Beachvolleyball-Spielerin Nina Betschart hat Heimatort Muotathal. Ihre Urahnen zogen einst in den Kanton Zug.

Robert Betschart, Bote der Urschweiz

Die 25-jährige Steinhauserin Nina Betschart hat zusammen mit ihrer Beachvolleyball-Partnerin Tanja Hüberli aus Reichenburg im Kanton Schwyz an den Olympischen Spielen in Tokio für Furore gesorgt. Nur ganz knapp ist das Duo im Achtelfinale gescheitert, nachdem es in der Vorrunde den Gruppensieg errungen hatte.

Betschart. Betschart? Auch wenn Nina Betschart jetzt eine Zugerin ist, klingt das doch sehr verdächtig nach Kanton Schwyz oder genauer gesagt nach Muotathal. Das hat den «Boten» dazu veranlasst, auf Spurensuche zu gehen.

Und tatsächlich: Die Beachvolleyball-Spielerin hat Muota­thal als ihren Heimatort. Ihr Vater Josef weiss sogar, dass offenbar um etwa 1870 ein gewisser Erasmus Betschart einst nach Menzingen in den Kanton Zug zog. Erasmus wuchs im Kreuz (uf Chrüz) auf und war der Sohn von Josef Franz Betschart. Dieser wiederum wuchs im Tschalun auf, kaufte dann 1827 den Riedbachberg auf Kreuz und hatte elf Kinder. Dies besagt die Betschart-Chronik von August Betschart.

Die Olympionikin Nina Betschart gehört also dem Stamm von «dsJosebfranzen» an. Das wäre der eigentliche Muotathaler Übername der Familie. Doch weil in Muotathal viele dieser Nachfahren Wildhüter wurden, spricht man heute auch von «dsWildhüeters».

Aber zurück zu Erasmus Betschart, dem eigentlichen Ur-Ur-Urgrossvater von Nina Betschart. Dieser erwarb das Heimwesen Gschwänd in Menzingen, wo er 1898 ein neues Haus neben dem alten baute. Erasmus agierte wirtschaftlich geschickt. Dies zeigt ein interessanter Auszug aus der aktuellen Betschart-Chronik über den Muotathaler: «Schon in frühester Jugend fing Erasmus mit Bruder Josef Franz zu handeln an, und zusammen betrieben sie eine Grossschäferei. Zu Hunderten und Tausenden kauften sie in der ganzen Schweiz Schafe, trieben sie auf hiesige Alpen und verkauften sie nach Italien. Danach fingen sie zu senntnen an und hatten dabei das nötige Glück mit dem Vieh. Sie erbauten die Sennhütte auf dem Pragelpass und gingen dort zAlp. Erasmus war als äusserst religiöser Mann bekannt.»

Erasmus hatte seinerseits mit Magdalene Inderbitzin vom Krümpis sechs Kinder und taufte seinen Ältesten Josef Franz. Dieser bewirtschaftete das Gschwänd weiter und übernahm dann ein Heimen in Cham. Von dort zog dann der Grossvater von Nina Betschart, Josef Betschart, mit seiner Frau Marie Theres Schuler aus Rothenthurm nach Hünenberg und übernahm 1958 das Heimen Huobrain. Josef junior, der Vater von Nina Betschart, heiratete dann Ninas Mutter Christine Bühler und wohnt seither in Steinhausen.

Heute hat die Familie von Nina Betschart keinen Kontakt mehr ins Muotatal, immerhin aber einen Bezug zum Kanton Schwyz, wie ihr Vater erklärt: «Ich bin seit vielen Jahren Mitglied beim VBC Küssnacht und habe eine Schwester, die im selben Ort wohnt.» In Muotathal sei Nina aber auch schon gewesen, als sie jünger war. Allerdings nicht zum Besuch von entfernten Verwandten, sondern für sportliche Zwecke in einem Trainingslager.

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