Einer der erfolgreichen Einsiedler: Corsin Müller auf dem Weg zu Mitteldistanz-Silber an der EM. Bild: Christian Aebersold/Swiss Orienteering

An den Ski-OL-Titelkämpfen in Finnland überzeugten die Einsiedler Nicola, Gian-Andri und Corsin Müller.

SVEN WEY UND JÖRG GREB

Vergangene Woche fanden in Kemi (Finnland) mit der WM, Junioren-WM und Jugend-EM gleich drei internationale Meisterschaften im Ski-Orientierungslauf statt. Die Sportart, welche konzeptionell dem klassischen OL ähnlich ist, verbindet diesen mit dem Langlaufsport und fordert die Athleten sowohl auf physischer als auch mentaler Ebene.

Das Schweizer Team ging mit berechtigten Medaillenhoffnungen nach Finnland, waren doch viele Athleten mit reichlich internationaler Erfahrung dabei. Teil dieses Teams waren gleich fünf Einsiedler Geschwister. Nicola Müller, der Älteste, zählte in der Elitekategorie schon im Vorfeld zu den Medaillenhoffnungen der Schweizer Delegation. Der 22-Jährige konnte schon in der Vergangenheit bei internationalen Meisterschaften Topresultate erzielen.

Bronze im Eliterennen für Nicola Müller

Am Mittwoch stand für Nicola Müller das Verfolgungsrennen auf dem Programm, welches mit den Rückständen vom Sprint gestartet wurde. Mit einer Aufholjagd und einem hervorragenden Rennen überzeugte der Einsiedler und sicherte sich den dritten Rang. Er war von der siebten Position gestartet, mit 21 Sekunden Rückstand auf den Sieger vom Vortag. Sein Plan sei es gewesen, die Lücke so schnell wie möglich zu schliessen, was ihm dank einer taktisch cleveren Routenwahl gelang. Mit einem starken Zielsprint konnte er sich dann anschliessend die bronzene Medaille sichern. «Ich habe das Maximum herausgeholt», sagte er.

Mit Gian-Andri (19) und Corsin Müller (16) gelang zwei weiteren Vertretern der Familie der Sprung aufs Podest. Letzterer zeigte an der Jugend-EM in der Mitteldistanz mit nur wenigen Fehlern ein starkes Rennen und lief auf den zweiten Platz. Eine Medaille sei sein Ziel für diese EM gewesen, meinte der Zweitjüngste der Geschwister, welcher in allen anderen Läufen ein Diplom holte.

Gian-Andri Müller schlägt doppelt zu

Sein älterer Bruder Gian-Andri, welcher bei den Junioren startete, schlug im Verlauf der WM gleich zweimal zu. Ihm gelang gleich am ersten Renntag ein guter Lauf, und er holte sich Bronze. Ausserdem schaffte er mit dem Team zum Abschluss der Weltmeisterschaften am Samstag in der Staffel gleich noch einmal den Sprung auf den dritten Rang.

Der Jüngste der Familie, Lavio Müller (15), verpasste in der Langdistanz das Podest lediglich um 6 Sekunden und beendete das Rennen auf Platz vier. Der 15-Jährige konnte jedoch seinen Plan für den Lauf erfolgreich umsetzen und zeigt sich zufrieden mit dem Resultat. Er erreichte insgesamt zweimal die Diplomränge. Schwester Flurina Müller (20) verpasste dagegen die Topränge bei der Elite.

Insgesamt trugen die Müller-Geschwister mit ihren vier Medaillen aber massgeblich zur Schweizer Erfolgsbilanz bei: Acht Medaillen, so viele wie noch nie auf dieser Ebene, eroberte die Schweizer Equipe an den Titelkämpfen.

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