Der Schwyzer Jonas Frei wurde in St. Moritz Weltmeister. Bild: zvg

Der Schwyzer Jonas Frei ist Weltmeister im Para-Bobfahren. Der 23-Jährige Paraplegiker hat hart dafür gearbeitet.

Robert Betschart, Bote der Urschweiz

Jonas Frei hat es geschafft. Der Paraplegiker holt sich den Weltmeistertitel im Para-Bobsport. In St. Moritz führte der Schwyzer bereits nach den ersten beiden Läufen und fuhr im Monobob auch gestern Freitag im dritten Lauf bestechend. Erst im letzten Lauf bekam der 23-Jährige das Nervenflattern und verlor etwas Zeit. Es reichte aber mit komfortablen 68 Hundertstelsekunden Vorsprung trotzdem zum Titel.

«Ich bin überglücklich. Mit dem WM-Titel geht ein grosser Traum von mir in Erfüllung. Die harte Arbeit über die letzten Jahre hat sich ausbezahlt», sagte Frei gestern gegenüber dem «Boten». Der Sieg sei auch ein Verdienst aller, die ihn auf seinem Weg begleitet und unterstützt hätten, ergänzte der frischgebackene Weltmeister, welcher seit einem Rollerunfall im Jahr 2014 ab dem zwölften Brustwirbel gelähmt ist.

In den vier Läufen zeigte der Schwyzer auf der Natureisbahn von St. Moritz jeweils im untersten Streckenteil eine bärenstarke Leistung. Dort machte er den Unterschied aus. «Wir haben vor der WM oft auf der Bahn trainieren können und uns bewusst auf den letzten Abschnitt fokussiert. Dort ist mir nun jeweils eine sehr gute Fahrt gelungen, und ich konnte den Schwung von oben bis unten mitnehmen», so Frei. Christopher Stewart war der zweite Schweizer am WM-Start. Er fuhr auf den achten Schlussrang.

Frei reiste gestern Nachmittag wieder nach Hause nach Schwyz. «Wir werden am Abend sicherlich noch etwas feiern», sagte er. «Schliesslich hat die Schweiz seit vielen Jahren jetzt wieder einen Weltmeister im Bobsport», fügte Frei mit einem Lächeln an.

Die Pause für den Konstrukteur bei der Garaventa, wo er in einem 80-Prozent-Pensum arbeitet, ist allerdings nicht lang. Bereits am Sonntag reist er weiter nach La Plagne, wo die nächsten Weltcuprennen anstehen. Dort will er erneut mit guten Resultaten glänzen. Denn nach den Weltcuprennen in St. Moritz, welche vor der WM stattfanden, sind seine Chancen auf den Gesamtweltcupsieg mehr als intakt. Mit zwei zweiten Plätzen und einem dritten Rang bewies er nämlich schon in den Rennen vor der WM, dass seine Form passt.

Para-Bob-WM

St. Moritz

Endresultat nach vier Läufen

1. Jonas Frei, SUI, 4:53.52. 2. Lonnie Bis- sonnette, CAN, +0.68. 3. Sebastian Westin SWE, +0.71. Ferner: 8. Christopher Stewart SUI +2.62

Insgesamt 16 Fahrer aus 12 verschiedenen Nationen am Start.

Jonas Frei jubelt im Monobob über seinen WM-Titel.Bild: IBSF, Girts Kehris


Noch nicht olympisch

Para-Bob Der Para-Bobsport fordert den Sportlern alles ab, und der Fakt, dass an dieser WM in St. Moritz trotz der Corona- Pandemie Fahrer aus zwölf verschiedenen Nationen am Rennen teilnahmen, zeigt, dass der Sport auch weltweit immer beliebter wird. Trotzdem ist die Sportart noch nicht olympisch. Gerade im letzten Sommer wurde ein entsprechender Antrag, Para-Bobfahren in die Liste der Sportarten für die Paralympics 2026 aufzunehmen, vom IOC abgelehnt. «Wir bleiben dran und geben nicht auf», sagt Frei dazu. Denn der grosse Traum des Schwyzers ist weiterhin, die Schweizer Farben einmal an den Olympischen Spielen zu vertreten. (rob)

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